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Trash Collection (80 - 99)

 
Trash Collection (80 - 99)
Type: DVD-R
Genre: Horror
Created on: 01/21/2012
Language:
Created by: Tecumapese
 
Description:
... hier geht es weiter ab DVD 80 :

DVD 80
- Quadrophenia
Jimmy ist mit Leib und Seele Mod. Solange er in seinem Parka auf seiner Lambretta fahren und mit seinen Freunden schwer auf Pille zu den neuesten Soul-Singles tanzen kann, vergisst er seinen minderwertigen Job und seine verhassten Eltern. Er träumt davon, bei der hübschen Steph zu landen. Gemeinsam fahren die Mods nach Brighton, um ihr Idol Ace zu sehen und sich mit den Rockern zu lieben. In der Hitze des Gefechts liebt Jimmy Steph in einem Hinterhof auf Mülltonnen. Am nächsten Tag ist sie mit einem Anderen zusammen. Ace entpuppt sich als Heuchler. Für Jimmy bricht die Welt zusammen.
1973 veröffentlichten The Who ihr ambitioniertestes Album, die von Pete Townshend komponierte Rockoper "Quadrophenia", die durchaus autobiographisch die Geschichte eines jungen Mods erzählt. Sechs Jahre später setzte Franc Roddam die Geschichte als Film um, der sich stark an dem 40-seitigen Booklet des Albums orientiert und von viel zeitgenössischer Musik und Songs der Who begleitet wird. Höhepunkt ist die legendäre Schlacht zwischen Mods und Rockern in Brighton. Die Hauptdarsteller Phil Daniels und Ray Winstone hatten zuvor bereits in "Scum - Abschaum" gespielt. Sting ist als Anführer der Mods zu sehen, der tagsüber den reichen Herren als Page die Türen öffnet.

- Halloween II uncut (alt)
Nachdem der dämonische Serienkiller Michael Myers beim Versuch, seine Schwester Laurie zu ermorden, scheinbar erstens gescheitert und zweitens gefallen ist, flieht er unter Hinterlassung verunfallt wirkender Sanitäter in die Wälder, wo er sich ein ganzes Jahr versteckt, bis endlich auf dem Kalender wieder Halloween näher rückt. Laurie wohnt mittlerweile bei der Familie des Sheriffs, und auch Dr. Loomis, der zum Einjährigen auf eine Lesung aus seinem Bestseller vorbei schaut, staunt nicht schlecht, als seine totgeglaubte Nemesis um ein Autogramm bittet.
Im stimmungsvollen, gut gespielten Sequel zu seinem "Halloween"-Remake fertigt Rob Zombie die Geschichte des originalen "Halloween 2" als Alptraum der Protagonistin in der Eröffnung ab und macht hernach dort weiter, wo er in Teil 1 aufgehört hat: Ein unzerstörbarer Titan zieht eine Blutspur durch das nächtliche Haddonfield auf der Suche nach jenseitiger Vereinigung mit seiner Schwester. In Träumen, Visionen und Rückblenden dürfen auch der kleine Michael und seine Schlampenmutter wieder mittun, doch die Show stiehlt Malcolm McDowell als kaum minder manischer Mediziner.

- Dead Genesis
In der nicht mehr allzu fernen Horrorzukunft überrennen lebende Tote die Menschheit und zwingen die überlebenden Bürger der Vereinigten Staaten zu einem "War on the Dead". Für die New Media Corporation soll Reporterin Gillian Hurst über die Arbeit der sogenannten Hunting Packs berichten. In diesen Bürgerwehren sammeln sich Bewaffnete und führen einen Vernichtungskrieg gegen alles, was wie Zombie aussieht. Hurst mischt sich unter die "Deadheads", führt Interviews, und begleitet sie in den nicht selten fragwürdigen Einsatz.
Billige Zombiefilme fluten den Markt im Dutzend pro Quartal, sind die Lieblingsbeschäftigung der Guerillafilmer von Lapp- bis Feuerland. Da muss sich einer schon etwas einfallen lassen, um aus der Masse heraus zu ragen. "Dead Genesis", entstanden unabhängig von der Industrie unter den liebevollen Händen echter Fans, zieht kritische Parallelen zum sogenannten "War on Terror" und wählt dafür die beliebte, weil auch preiswerte Dokufiktionsperspektive. Die Bluttaten fallen relativ deftig aus, und der hübschen Heldin sollte Zukunft beschieden sein.

DVD 81
- Warlock Satans Sohn
Massachusetts, 1688: Der Hexenmeister Warlock wartet auf seine Hinrichtung und spottet noch einmal über seinen erbitterten Gegner, den Hexenjäger Redferne, als ein Zeitsturm beide fortreißt und in die Gegenwart versetzt. Dort versucht Warlock nun, drei Teile einer Satansbibel zu sammeln, die ihm unermeßliche Macht geben würden. Redferne und die hübsche, von Warlock jedoch zum vorzeitigen Altern verfluchte Kassandra, hetzen ihn durch das Land und stellen ihn schließlich auf einem Friedhof. Redferne kann Warlock vernichten, bezahlt dafür aber mit seinem Leben.
Durch seinen Erfolgsfilm "House" etablierte sich Steve Miner mit seinem temporeichen und humorvollen Regiestil als Könner im Bereich des Fantastischen Films. Bei "Warlock" konzentriert er sich auf eine packende Hexenjäger-Story, die mit ihrem Duell quer durch die Zeit an "Highlander" erinnert, und in der Julian Sands ("Gothic") als zynischer Satansdiener glänzen kann. Wenn die Geschichte auch vorhersehbar abläuft, so sorgen die Tricktechniker und Miners Gespür für rasante Action-Szenen für ein Höchstmaß an spannender Unterhaltung.

- Dylan Dog: Dead of Night
Der reiche Vater einer schönen jungen Frau wurde von etwas ermordet, das seine Tochter für einen Werwolf hält. Privatdetektiv Dylan Dog zeigt zunächst wenig Lust, sich mit dem Fall zu beschäftigen, hat er doch seit dem tragischen Tode einer ihm nahe stehenden Dame der Beschäftigung mit dem Übernatürlichen abgeschworen. Als aber bald darauf sein bester Freund und Assistent von demselben Werwolf getötet wird, legt er die Zurückhaltung ab, aktiviert alte Kontakte, und steckt auch schon mittendrin im Krieg der Nachtgestalten.
Der okkult bewanderte Privatdetektiv Dylan Dog (Brandon Routh aus "Superman Returns") ist eine Erfindung des italienischen Comiczeichners Tiziano Sclavi und diente bereits als Vorbild für "DellaMorte DellAmore". Nun knöpfen sich Amerikaner die poetischen Bildergeschichten vor und destillieren daraus dieses actiongeladene, um flotte Sprüche nicht verlegene Effektspektakel. Manchem Fan ging die Verfremdung zu weit, doch wer die Vorlage nicht kennt, sollte durchaus Spaß haben. Kurzweilig, ans junge Publikum adressierend, Sequels gut möglich.

- Battle Royal
Der jährlich durchgeführte Battle Royale verläuft nach feststehenden Regeln. Eine durch ein Lotteriesystem ausgesuchte Klasse von Neuntklässlern wird gegen ihren Willen auf eine kleine isolierte Insel gebracht. Jeder der Schüler erhält eine Tasche mit Proviant, eine Karte der Insel und eine zufällig gewählte Waffe (von einem Topfdeckel über eine Armbrust bis zur Maschinenpistole). Die Schüler müssen einander im Spielverlauf gezielt töten und so ihr eigenes Überleben bis zum Spielende sichern; sollte es nach Ablauf des auf drei Tage beschränkten Zeitlimits noch mehr als einen Überlebenden geben, werden sie durch einen fernzündbaren Sprengsatz in einem vor dem Spielbeginn angebrachten Halsband getötet. Ferner enthält jedes dieser Halsbänder einen Peilsender und ein Mikrofon, die beide fortlaufend Daten an einen vom Militär kontrollierten Stützpunkt übermitteln. Dort wird anhand der aus diesen Daten erlangten Kenntnisse kontrolliert, ob die Spielregeln auch tatsächlich eingehalten werden und ein Sieger gekürt, falls alle Lebenssignale der restlichen Spieler für längere Zeit ausbleiben. Der Gewinner einer jeden Partie wird für die Strapazen finanziell entschädigt und nach einer ärztlichen sowie einer psychologischen Untersuchung wieder in den Schulalltag integriert. Gewinner eines Battle Royales genießen in Japan ein hohes Maß an gesellschaftlicher Anerkennung und sind bei Universitäten jeder Art besonders gern gesehen, so gesehen können Jugendliche durch den Sieg in einem Battle Royale das verlorene Vertrauen der Erwachsenen zurückgewinnen.

DVD 82
- The Devil Rejects
Im Jahr 1978 hat sich die Psychopathen-Familie Firefly den Weg aus ihrer von Sheriff Wydell (William Forsythe) und seinen Mannen umstellten Farm freigeschossen. Daraufhin flüchtet das Trio zum nächstbesten Motel. Dort nehmen die mordlustigen Bestien auch gleich mal eine Musikertruppe als Geiseln.
In der Zwischenzeit erfährt der nunmehr zur Verhaftung wild entschlossene Sheriff von der verhafteten Mutter Firefly (Leslie Easterbrook) und zwei Schlägern den Aufenthaltsort seiner Flüchtlinge, schließt das Gesetzbuch weg und schreitet zur biblischen Rache.
Gekonnt fortgesetzt
"The Devil's Rejects" ist unerbittlich und weitaus effektiver und stimmiger als sein Vorgänger "House of 1000 Corpses", in dem die bizarre Familie Firefly auf der Flucht vor dem Sheriff für nackten Terror im amerikanischen Hinterland sorgt.
Regisseur Rob Zombie inszeniert seine Genrezitatensammlung als Rachethriller par excellence und gönnt sich eine zwiespältige Ambivalenz, vor der das eigentlich konservative Genre längst zurückschreckt.

- Das Haus an der Friedhofsmauer
Familie Boyle zieht aus New York in ein ruhiges Vorstädtchen von Boston, wo justament eine urige neuenglische Villa zum Verkauf stand. Zunächst erfüllt das Haus auch alle Erwartungen, doch dann häufen sich mysteriöse Vorfälle, welche besonders die daheim am Herd wirkende Lucy Boyle an ihrem Verstand zweifeln lassen. Tatsächlich wohnt in dem weitläufigen, direkt unter einen Friedhof führenden Kellergewölbe des Hauses bereits seit vielen Jahrzehnten ein überhaupt nicht vertrauenerweckender Weißkittel.

- Blood Shower
Vier junge Damen fahren in bester Partylaune aufs Land, um ihrer alten, hochschwangeren Schulfreundin Angela ein wenig Gesellschaft zu leisten. Doch auf dem Land herrscht schlechte Stimmung. Angela ist verärgert wegen einer alten Geschichte, lässt sich kaum blicken, statt dessen stoßen die Gäste auf andere Gäste, die sich ihnen gegenüber nicht besonders freundlich verhalten. Es kommt zu tätlichen Übergriffen, die jungen Damen werden ihrer Freiheit beraubt und im wahrsten Sinne des Wortes auf die Folter gespannt.
Wenn in der Eröffnung nicht bereits aufs bittere Ende verwiesen würde, könnte der Zuschauer ein Weilchen rätseln, um was für einen Film es sich handelt. Denn erst einmal werden Cocktails geschlürft und Näschen gepudert und Betten zerwühlt. Schließlich wollen die hauptagierenden Damen als Schlampen definiert werden, auf dass man sie in Halbzeit 2 massakrieren kann. Psychothriller trifft auf Folterhorror, "Rosemarie's Baby" lässt auch schön grüßen, aber insgesamt bleibt ein fader Nachgeschmack. Für hartgesottene Horrorfans.

DVD 83
- Cadavres
Lighthouse Home Entertainment Vertriebs GmbH & Co. KG
Auf ihren Wunsch hin erschießt der abgehalfterte Raymond seine lebensmüde Mutter in der Nacht vor Halloween und entsorgt die Leiche im nächsten Straßengraben. Als ihn seine herbeigerufene Schwester Angele, eine erfolglose TV-Darstellerin, dazu drängt, den toten Körper in seine Bruchbude zu holen, schleppen sie die falsche Leiche heim. Auf die ist aber auch ein wüstes Punk-Pärchen scharf, denn der Körper ist mit Drogen gefüllt. Ein Austausch läuft gründlich schief, und bald füllt sich der Keller mit eilig geschaufelten Gräbern.
Schwarze Komödie franko-kanadischer Provenienz, der sich als Grunge-Groteske im White-Trash-Milieu austobt und sich in optisch hübsch designtem Schmutz suhlt. Eric Canuel ("Good Cop, Bad Cop") richtet die Halloween-taugliche Farce nach allen Genre-Regeln an, auch wenn ihm die Szenenlänge etwas aus dem Ruder läuft. Zwischen schrägen Figuren, fluchenden Geistern, unhygienischem Humor und Inzest-Anwandlungen mit der scharfen Schwester (Julie LeBreton, "Starbuck") feiert der Fan die verdiente Party.

- Lass ihn nicht rein
Paige und Calvin freuen sich auf ein Wochenende auf dem Land. Sie nehmen Calvins jüngere Schwester Mandy mit, die Tristan eingeladen hat, einen arroganten Börsenmakler, mit dem sie gerade eine Liebesnacht hatte. Paige und Calvin sind zunächst nicht begeistert, willigen dann aber ein. An ihrem Ziel angekommen, erfahren sie von einem Serienkiller, der die Gegend unsicher macht: Der "Baumchirurg" hängt stets Körperteile seiner Opfer an Bäume. Als sie einen verwundeten Mann auflesen, wird die Sache alsbald brenzlig.
Die Vorbilder sind unverkennbar: Im Spannungsfeld zwischen Terrorklassikern wie "The Hills Have Eyes" und klassischem Slasherstoff à la "Freitag der 13." hat Kelly Smith sein Regiedebüt angesiedelt, das er ausgesprochen effektiv auf 16mm gedreht hat. Der Clou seines mit eher unbekannten Gesichtern besetzten Schockers ist originell: Die terrorisierten Großstädter bringen den Serienkiller - eine kleine Verbeugung vor dem American Psycho - selbst mit in die Einöde. Fans werden das Szenario zu schätzen wissen.

- Wakewood
Um den tragischen Tod ihrer kleinen Tochter Alice zu bewältigen, ziehen der Tierarzt Patrick und seine Frau Louise aus der Stadt in die ländliche Gemeinde Wake Wood. Aber die Schatten der Vergangenheit lassen sich nicht so einfach abschütteln. Hinter der idyllischen Fassade verbergen sich dunkle Geheimnisse. Patrick und Louise beobachten, wie sich ihre Nachbarn im Wald treffen, um heidnische Rituale zu zelebrieren. Der Druide Arthur macht dem jungen Paar ein schicksalhaftes Angebot: Er könne die getötete Alice für drei Tage ins Leben zurückholen. Allerdings ist die Tat an einige Bedingungen geknüpft. Patrick und Louise stimmen zu. Doch ihre Entscheidung hat fatale Konsequenzen...

DVD 84
- Alles muß raus
Nick Halsey war sechs Monate trocken bis zu jenem verhängnisvollen Betriebsfest, an dessen Ende er sich nicht mehr erinnert, wohl aber sein Chef, die belästigte Untergebene und der Anwalt. Nun sitzt er frisch verlassen, aus dem Haus geworfen und ohne Job zwischen seinen Sachen im Vorgarten und tröstet sich mit Unmengen vom Sixpacks. Sein Freund, der Cop, schlägt vor, die Sache als Räumungsverkauf zu deklarieren. Und wie sich Nick so von seinen Sachen trennt, wird ihm auf einmal Verschiedenes klar. Und neue Perspektiven tun sich auf.
Nachdenkliche Tragikomödie und Gesellschaftssatire mit Will Ferrell als Mann auf dem absteigenden Ast, dem im Angesicht des Abgrunds auf wundersame Weise bisher wenig beachtete Nachbarn und das gnädige Schicksal zur Hilfe eilen. Trockener Humor, gute Botschaften, gute Typen. Vielleicht Ferrells bis dato beste, weil forderndste darstellerische Leistung adressiert klar an den gehobenen Geschmack, sollte aber dank diverser komischer und destruktiver Momente auch Ferrells Kernanhängerschaft nicht verprellen.

- Die unendliche Geschichte
Das Zauberland Phantasién wir von einer unheilvollen Kraft, dem "Nichts", bedroht. Der Eingeborenenjunge Atreju soll ausziehen, um der Kindlichen Kaiserin gegen die unheilvolle Kraft beizustehen. Auf Erden liest zufälligerweise der einsame kleine Bastian in einem mysteriösen Buch, das er aus einem Antiquitätenladen gemopst hat, genau diese Ereignisse und wird in die "Unendliche Geschichte" hineingezogen und zum Bestandteil der Handlung.
Wolfgang Petersen drehte 1984 wieder einmal den seinerzeit teuersten deutschen Film aller Zeiten. "Die unendliche Geschichte" ist ein trickreiches Spektakel, das sich eng an amerikanischen Vorbildern orientierte, mit Hilfe von versierter US-Technik auf die Beine gestellt und schließlich auch in englischer Sprache gedreht wurde. Was Kinderbuchautor Michael Ende, der der Verfilmung von Anfang an skeptisch gegenüber gestanden hatte, sehr missfiel: Seine Befürchtung erfüllte sich, dass der Film in ein zuckersüßes Hollywood-Märchen abglitt. Sei's drum: Dem Publikum gefiel's.

- Apollo 18
1974, zwei Jahre nach dem offiziellen Ende des bemannten Mondprogramms der NASA, schickt das US-Verteidigungsministerium drei weitere Astronauten auf eine streng geheime Mission zum Erdtrabanten. Die Apollo 18 bringt Nathan Walker, Ben Anderson und John Grey zum lunaren Südpol, wo sie ein Raketenfrühwarnsystem gegen die russische Nuklearbedrohung installieren sollen. Doch die Piloten sind mit ihrer Landefähre offenbar nicht allein auf dem Mond, und befinden sich auf einem Flug ohne Wiederkehr. Ihre Vorgesetzten wollen sie eiskalt opfern.
Die Wackelkamera macht auch vor dem Mond nicht halt, und so präsentiert Produzent Timur Bekmambetov ("Wanted") einen Horrorthriller, die den Erdtrabanten als Kulisse für ein SF-Mystery nutzt und die vermeintliche Wahrheit über die letzte Mondmission liefert, die nie in die Geschichtsbücher einging. Mit angeblichen Originalaufnahmen will der gewitzte Science-Fiction-Thriller eine Verschwörung aufdecken, was ihm mit einer Mischung aus NASA-Bildmaterial und eigenen Kreationen recht überzeugend gelingt.

DVD 85
- World of the Dead: The Zombie Diaries
Drei Monate ist es her, seit die lebenden Toten die Zivilisation überrannten und die verbliebenen Menschen in die belagerte Defensive drängten. In einem militärischen Stützpunkt irgendwo auf dem englischen Land hocken Soldaten und versprengte Zivilisten, als man ein Funksignal von der Küste empfängt. Als die Zombies kurze Zeit später die Baracken überrennen, bleibt der Überlebenden nichts übrig, als sich zu Fuß Richtung jener Signale durchzuschlagen. Zombies sind dabei nicht das einzige Problem.
Keine Woche ohne neue Low-Budget-Zombiefilme aus den Werkstätten begeisterter Überzeugungstäter. Dieser hier stammt von denselben jungen Briten, die uns bereits die "Zombie Diaries" bescherten, und schließt an, wo jener aufhörte. Perspektivisch entschließt man sich für die derzeit beliebte Dokufiktionsstrategie, d.h. einer der Beteiligten filmt alles durch den wackeligen Sucher seiner Digicam. Inhaltlich sind schlimmer als die Untoten oft die gern frauenverachtenden Grüppchen menschlicher Asozialer. Solides Handwerk und Entertainment, für seine Verhältnisse.

- Cat Run
Nobelhure Catarina hat als einzige ein Gemetzel überlebt, veranstaltet von einem korrupten Politiker während einer Sexorgie. Weil sie auch noch Beweise für die Tat auf einer Festplatte mit sich herum schleppt, scheint ihr Leben keinen Pfifferling mehr wert, zumal ihr der Staatsmann eine skrupellose Killerin auf den Hals hetzt. Catarina aber findet unverhoffte Hilfe und Verstärkung in Gestalt zweier nicht besonders erfahrener Jungdetektive. Gemeinsam beschließt man, es mit den Verfolgern aufzunehmen und den Politiker seiner gerechten Strafe zuzuführen.
Einmal quer durch Euroland geht die wilde Verfolgungsjagd in diesem kompetent gemachten Actionthriller, paart ein paar sprücheklopfende Slacker ohne weiterreichende Fähigkeiten mit einer attraktiven Todeskandidatin und schickt dann noch eine krasse Killerin ins Rennen, die mit eleganter Haltung bei gleichzeitigem maximalen Blutvergießen einem jeden sofort die Show stiehlt. Hübsch angerichtet in hellen, edlen Kulissen, streckenweise sehr witzig, gern brutal. Auch ohne große Hollywoodnamen erste Wahl für Actionkomödienfreunde.

- Group Sex - Die etwas andere Gruppentherapie
Seit ihm seine Freundin den Laufpass gab, hängt Werbetexter Andy in den Seilen. Sein bester Kumpel, WG-Partner und Kollege, der passionierte Weiberheld Jerry, sieht schon das gemeinsame Geschäft gefährdet, als Andy plötzlich die schöne Vanessa kennenlernt. Die ist eine bekennende Sexsüchtige und besucht deswegen eine Gruppentherapie. Um Vanessa für sich zu gewinnen, fällt Andy nichts Besseres ein, als sich ebenfalls dort anzumelden. Seine Erfahrungen, die er zum besten gibt, stammen von Jerry - und hinterlassen nachhaltig Eindruck.
Eine typische amerikanische Sexkomödie, frivol im Wort, prüde im Bild, um einen liebenswerten Durchschnittstyp (Josh Cooke aus "Dexter") und seine von allerhand komischen Missverständnissen begleiteten Versuche, bei einer kaum minder netten Nymphomanin zu landen (Odette Annable-Yustman, "Cloverfield"). Keine Teensex-Klamotte und kein Zoten-Marathon, sondern eher etwas für die erwachsenen Semester, mit auch mal nachdenklichen Momenten. In Nebenrolle geben sich prominente TV-Gesichter serienweise die Klinke in die Hand.

DVD 86
- Arena
David hat den Unfalltod seiner Freundin nicht verwunden, fühlt sich schuldig, und ergibt sich dem Alkohol in üblen Kaschemmen. Als er dort auf eindrucksvolle Weise einen sehr viel stärkeren Gegner niedermacht, wird er anschließend von einer schönen Frau verführt, betäubt und ein (unterirdisches?) Verlies verbracht. Dort stellt man ihn vor die Wahl, in einer illegalen Gladiatorenarena vor Internetpublikum entweder zu töten oder getötet zu werden, worauf David nach einigem Zögern ersteres vorzieht. Doch wartet er nur auf eine Chance, sich über seine Peiniger zu erheben.
Kellan Lutz aus der "Twilight"-Serie entpuppt sich als Kampfsporttalent in diesem kompetent in bunte Szene gesetzten Gladiatorenkampfspektakel nach bewährtem Muster. Samuel L. Jackson ("Pulp Fiction"), zu Hause in Produktionen von Hochglanz bis Heizungskeller, gibt mal wieder ein Gastspiel abseits der Kinoleinwände und zieht die Fäden als sinistrer Superbösewicht. Sinn und Logik werden in diesem Zusammenhang vergleichsweise klein geschrieben, doch für hübsch choreografierte Action und ein wenig trockene Situationskomik ist gesorgt.

- Haunting Salem
Polizist Wayne Downs und seine Familie hatten zuletzt keine ganz leichte Zeit, weshalb sie nun froh sind über Waynes Engagement als neuer Sheriff in der kleinen, aber traditionsreichen Ostküstenstadt Salem. Dort fanden vor langer Zeit mal Amerikas letzte offizielle Hexenprozesse statt, und nun spuken deren Geister ausgerechnet in jenem Haus, das seit jeher von den Stadtoberen immer wieder dem aktuellen Sheriff zur Verfügung gestellt wird. Natürlich sagen sie Wayne nicht, dass sein Vorgänger hier schon mit seiner Familie starb. Soll er es doch selbst herausfinden.
Der Zuschauer weiß mehr als der Hauptdarsteller, bekommt er doch die Vernichtung der Vorgängerfamilie bereits vor dem Vorspann erzählt in diesem preiswert von der Firma Asylum angerichteten Low-Budget-Spukhausfilm nach bewährten Spukhausfilmmustern. Poltergeistaktivitäten gehen recht bald in Mord und Totschlag über, erst trifft es andere, dann kommen die Einschläge näher. Die Schauspieler mühen sich redlich, Regisseur van Dyke ist für Asylum-Verhältnisse nicht unbegabt, und die Effekte verfehlen ihre Wirkung selten. Für Horrorvielseher okay.

- Bereavemen
Im Alter von sechs Jahren wird der kleine Martin von einem wahnsinnigen Serienmörder aus dem Vorgarten seiner ahnungslosen Mutter verschleppt, in ein abgelegenes Verlies gesperrt und von seinem Peiniger über Jahre hinweg zu einem willenlosen Tatwerkzeug dressiert. Fünf Jahre später zieht die junge Allison nach dem Tod ihrer Eltern von Chicago zu ihrem Onkel aufs Land, ganz in der Nähe jenes Ortes, wo der Killer sein Unwesen treibt. Als sie in der Gegend einen seltsamen Jungen entdeckt, beschließt sie, der Sache nachzugehen.
"Bereavement", das zehnmal teurere Prequel von "Malevolence", ist einer dieser auf Wirkungstreffer erpichten Horrorthriller, die am Anfang auch mal nur andeuten. Und dann gnadenlos die Schraube anziehen, bis selbst der abgehärtete Zuschauer sich ständig fragt: Die werden doch nicht ... Aber doch, die werden. Und der Zuschauer würde sich das bestimmt nicht fragen, wenn "Bereavement" nicht so ungemein stimmungsvoll und spannend erzählt und intensiv gespielt wäre. Ein Horrorschocker, der den Betrachter mitnimmt. So oder so.

DVD 87
- A lonely Place to die
Als ein Quintett beim Bergsteigen in den abgelegenen schottischen Highlands mitten in der Wildnis ein kleines serbischen Mädchen in einem gut gesicherten Erdloch findet, wird ihr Abenteuerurlaub entschieden spannender: Die verstörte Anna ist ein Entführungsopfer und ihre Retter, das erfahrene Alpin-Trio Alison, Rob und Ed, sowie das Touristenpaar Alex und Jenny, müssen sich bald selbst retten. Denn die Entführer lauern in der Nähe, sind schwer bewaffnet und nicht gewillt, Mitwisser überleben zu lassen.
Wieder bürgt der australische Genrestar Melissa George ("Triangle", "Dark City") für Spannung, hier in einem alpinen Survival-Thriller, der vor grandioser, rauer Naturkulisse der schottischen Bergwelt eine Hatz nach "Deliverance"-Art serviert. Outdoor-Fans bekommen packende Kletter-Szenen und ein überzeugendes Entführungs-Szenario geboten, wenn es an die atemlose Jagd geht, häufen sich freilich die Unglaubwürdigkeiten, was aber angesichts von Hochspannung und Prominenz wie Ed Speleers ("Eragon") kaum stören sollte.

- Collapse of the Living Dead
Wie so vielen amerikanischen Bürgern droht auch dem rechtschaffenen Landwirt und Familienvater Robert Morgan in der gegenwärtigen Finanzkrise die Pfändung von Haus und Hof. Solche Sorgen sind jedoch im Nu vergessen, als eines Morgens lebende Tote die Hofeinfahrt hinauf taumeln und ihre gierigen Finger nach warmem, pulsierenden Menschenfleisch ausstrecken. Morgan bewahrt trotzdem einen klaren Kopf und tut, was getan werden muss. Er greift zu Waffe und schießt jedem, der es benötigt, den Kopf vom Hals.
Kein Zombiefilm wie jeder andere (obwohl es sich in der Inhaltsangabe so darstellt) ist dieser für wenig Geld effektiv angerichtete Horrorfilm, der nicht wie ein typischer Horrorfilm aufhört. Alles geht los und entwickelt sich wie gehabt, die lebenden Toten benehmen sich so roboterhaft wie die Untoten in einem George-Romero-Film, doch irgendwie ahnt der Zuschauer, dass es diesmal anders kommen könnte. Dramatisch anders. Kein sensationeller Splatter-Exzess oder künftiger Kult, aber ein lohnender Horrorthriller, den Kenner der Materie nicht verpassen sollten.

- The Ledge - Am Abgrund
Ein Polizist hat gerade erfahren, dass seine beiden Kindern gar nicht die seinen sind, als ihn die Kollegen zu einem Hochhaus schicken, auf dessen Dach ein scheinbar lebensmüder Jüngling in den Abgrund zu springen droht. Der junge Mann erzählt dem Polizisten eine Geschichte, nach der er sich vor einiger Zeit in die Frau seines Nachbarn verliebte und mit dieser eine Affäre begann. Jener Nachbar, ein fundamentalistischer Christ, hat nun die Frau entführt und droht, sie zu töten, falls sich der junge Mann nicht Punkt zwölf Uhr Mittags vom Dach stürzt.
Ein Thriller mit philosophischem Tiefgang ist zu entdecken, wenn in diesem spannenden Vier-Personen-Stück erstens ein Polizist einen perfiden Mordanschlag verhindern will, zweitens christliche und atheistische Weltanschauung in ihren härteren Varianten aufeinander prallen, und schließlich zwei Männer auf unterschiedliche Weise die Erfahrung verarbeiten, in Beziehungsdingen betrogen worden zu sein. Viel Tiefgang, aber auch viel Spannung, und hochkarätige Darsteller, die das Ganze auch adäquat umsetzen. Qualitätstipp.

DVD 88
- The Woman
Ein Jäger entdeckt im Wald eine wilde Frau. Er fängt sie ein, sperrt sie in den Keller, und beschließt, einen zivilisierten Menschen aus dem animalischen Geschöpf zu machen. Seine Familie wird in das Projekt kurzerhand eingebunden. Der Sohn ist begeistert, Frau und Schwester machen gute Miene zum bösen Spiel. Ist auch besser für sie, denn sonst setzt es was. Eine Lehrerin, die Anzeichen von Missbrauch wahrzunehmen glaubt, wagt eine Intervention. Doch erst der Frau aus dem Keller gelingt es, die Zustände in der Jägerfamilie grundlegend zu ändern.
Drastischer Landhaus-Horror frei nach Horrorliterat Jack Ketchum, eine Splatter-Variante der Kaspar-Hauser-Geschichte im Rahmen eines Geschlechterkampfes mit den denkbar extremsten Kontrahenten. Die wilde Frau gehört zum selben Kannibalenclan, der bereits in Ketchums "Beutegier" sein Unwesen treibt, doch kommt mit "The Woman" auch zurecht, wer von "Beutegier" nie gehört hat. Engagierte Darstellerleistungen in einer intelligenten Geschichte voll rabenschwarzem Humor. Mit den besten Empfehlungen vom Fantasy Fimfest 2011.

- Trust
Annie ist gerade 14 geworden und gut aufgehoben in ihrer Familie. Während ihr älterer Bruder auszieht, probt sie selbst flügge zu werden und trifft sich mit ihrem heimlichen Internetfreund Charlie. Der ist freilich ein Mittdreißiger, der sie nicht nur belügt, sondern in einem Hotelzimmer auch vergewaltigt und sich, nachdem die Straftat herauskommt, als notorischer pädophiler Krimineller entpuppt. Das FBI jagt ihn vergebens, Annies Vater flüchtet sich in Rachephantasien und die Tochter hält zu ihrem vermeintlichen Lover.
Von dem für Komödien und seiner Rolle in der Sitcom "Friends" bekannten David Schwimmer hätte man kaum ein sensibles und schmerzliches Psycho-Familiendrama erwartet um die Schockwellen, die eine Vergewaltigung aussendet. Packend und ausgewogen erzählt er, wie eine gut funktionierende Familie von einer Schandtat schwer geprüft wird und zu zerbrechen droht. Die Missbrauchs-Analyse mit Clive Owen ("Children of Men") und Catherine Keener ("Being John Malkovich") beanstandet eine aufgesexte Gesellschaft.

- Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies
Eine vermeintliche herrenlose Yacht segelt gen New York. Ein Zombie ist an Bord. Die Yacht gehört einem berühmten Wissenschaftler, der sich auf einer Antilleninsel versteckt. Mit Ann, der Tochter des Wissenschaftlers und einem weiteren Pärchen macht sich der Journalist Peter West auf den Weg zu der Insel. Auf Matul finden sie tatsächlich den verschollenen Wissenschaftler - und eine erschreckende Krankheit, die die Inseleinwohner in blutrünstige Untote verwandelt.


DVD 89
- Dead Space - Aftermath
Auf dem Planeten Aegis VII gehen merkwürdige Dinge vor. Erst stießen Bergwerker auf ein außerirdisches Artefakt, dann versank die dortige Kolonie in blutigem Chaos, und schließlich kehrte auch die Rettungsmission des Raumschiffs Ishimura nicht mehr von dort zurück. Nun wird eine Expedition ausgesandt, nach dem Rechten zu sehen. Die Crew der USG O'Bannon trifft auf einen verwüsteten Planeten, Trümmer des Artefakts und vier überlebende Kolonisten. In sich zum Teil gravierend widersprechenden Einzelverhören erzählen sie, was auf Aegis VII geschah.
Im Sequel von "Dead Space Downfall", einem komplexen Science-Fiction-Animationsabenteuer frei nach dem gleichnamigen EA-Konsolenspiel, übernimmt man im wesentlichen von "Aliens" die Exposition, von Kurosawas "Rashomon" die Erzählstruktur, und von "2001" das Artefakt. Der Rest ist buntes Blutvergießen und Daueraction in mal mehr, mal weniger harmonisch miteinander verquickten 2- bzw. 3-D-Animationen, garniert mit Zitaten aus hundert Jahre Kino- und Popkultur. Für Genre-, Splatter- und Animationsfilmfreunde auf jeden Fall ein Tipp.

- Colombiana
Mit neun Jahren erlebt Cataleya die Ermordung ihrer Eltern durch ein Killerkommando eines kolumbianischen Drogen-Dons. Mit 24 Jahren schickt sie in ihrer neuen amerikanischen Heimat einen Gangster nach dem anderen aus dem Netzwerk des Paten in den Tod. Noch kennt niemand außer ihrem Onkel und Mentor die Identität der geheimnisvollen Profikillerin. Doch ein cleverer FBI-Agent ist dem Phantom dicht auf den Fersen - wie auch Cataleyas schlimmster Feind, der bereits 22 Männer aus seiner Organisation ersetzen musste.
Der Geist von "Leon - Der Profi" zieht sich durch "Colombiana", der auf anderem Schauplatz weiterführt, was Luc Besson begann. Originalität ist nicht die Stärke der erneuten Zusammenarbeit des Kernteams von "Transporter 3", wohl aber die Action, unterstützt von Kamera, Schnitt und einigen cleveren Drehbuchdetails. Unterhaltsam, sexy und intensiv liefert "Colombiana", was Genrefans wünschen, etabliert "Avatar"-Amazone Zoe Saldana endgültig auch darstellerisch und Olivier Megaton als Regisseur mit Hollywood-Zukunft.

- Removal - Einfach aufgewischt
Seit Cole Zeuge des Selbstmordes seines besten Freundes wurde, ist er nicht mehr derselbe. Seine Frau hat ihn verlassen, seinen Job bei der Polizei hat er verloren, und nun ist er gezwungen, sich als profaner Putzmann für Dumpinglohn zu verdingen. Eines Tages ruft man ihn zum Haus eines reichen, arroganten Schnösels. Der möchte eine riesige Villa in Rekordzeit geputzt kriegen und bietet dafür 5000 Dollar bar auf die Hand. Als Cole loslegt, finden sich Hinweise darauf, dass in dem Haus ein Verbrechen geschehen sein könnte. Cole sieht mal nach.
Wenig kommt, wie der Zuschauer es zu Anfang erwartet, in diesem originellen, gut gemachten Low-Budget-Thriller über einen Putzmann, der zum Cleaner wird. In seinem abendfüllenden Debüt versteht es Regisseur Simon bereits meisterhaft, die Balance zu halten zwischen Spannung und Humor, die Erwartungshaltung des Zuschauers erst zu wecken und dann nicht zu enttäuschen. Wesentlichen Beitrag zu Gelingen leistet Oz Perkins, seines Zeichens Sohn von Anthony Perkins, der hier eine wunderbare Psycho-Performance aufs Parkett legt. Kann man gern mehr von sehen.

DVD 90
- Hostel 3
Drei Freunde brausen zum Junggesellenabschied nach Las Vegas und lassen es im Nachtclub mit Huren und Rauschgift nach allen Regeln der Kunst krachen. Am nächsten Morgen erwachen zwei mit Kopfschmerzen im Hotelzimmer, während vom dritten jede Spur fehlt. Auf der Suche nach dem Kumpel rekonstruieren die anderen beiden den Vortag und landen mit ihrer neuen Freundin, dem Escort Girl, genau dort, wo bereits ihr Freund das Leben ließ: Im Folter- und Mordkeller eines geheimen Clubs perverser Millionäre.
Dem dritten Teil der berüchtigten, von Tarantino-Spezi Eli Roth ins Leben gerufenen "Hostel"-Serie bereitet es diebische Freude, den geneigten Horrorfreund ein ums andere mal aufs Glatteis zu führen, nur um schließlich doch das zu liefern, wonach dem Splatterfreak der Sinn steht. Die Kulisse wechselt irgendwie nicht ganz unpassend vom Wilden Osten nach Las Vegas, und die Story parodiert, ob beabsichtigt oder nicht, auf putzigste Weise den Blockbuster "Hangover".

- Wrong Turn 4 - Bloody Beginnings
In einer psychiatrischen Anstalt in den einsamen Bergen von West Virginia harren drei irre Hinterwäldlergeschwister von hohem destruktiven Drang und gefährlich geringem Schmerzempfinden der Gelegenheit zu Ausbruch und finalen Abrechnung mit dem auch nicht zimperlichen medizinischen Personal. Danach richten sie sich die nunmehr verwaiste Klapsmühle als Stützpunkt ein. Als eine Gruppe ahnungsloser junger Wintersportler von den Wüstlingen attackiert wird, suchen die Kids Schutz ausgerechnet in der verlassenen Klinik.
Klapsmühlenkulissen und Snowmobile sind die aktuellen Besonderheiten im vierten und angeblich irgendeine Vorgeschichte behandelnden Teil der erfolgreichen Redneck-/Folterhorror-Franchise. Drei kaputte Freaks, wie alle dargestellten Geisteskranken hier eher wilden Tieren gleichend und zu menschlicher Artikulation gar nicht imstande, schneiden genüsslich schmatzend schreiende Leute in Scheiben, um so lange wie möglich vom lebenden Stück zu speisen. Möglich, dass nicht jeder Exzess in Deutschland unbeschnitten bleibt, doch der gute Wille zählt.

DVD 91
- Dawn of the Dead
Wenn es keinen Platz mehr in der Hölle gibt, wandeln die Toten eben auf der Erde - im Remake des Horror-Klassikers.
Amerika, in der nahen Zukunft. Eine unerklärte Seuche hat die Weltbevölkerung dahingerafft. Aber die Toten sind nicht wirklich tot, sondern Zombies, die sich aus ihren Gräbern befreien und auf der Suche nach noch lebendem Menschenfleisch die letzten bewohnten Gegenden bedrohen.
Chaos und Panik brechen aus, Katastrophenpläne nutzen wenig, im Nu ist die Zivilisation überrannt. Vier junge Leute aus Wisconsin zählen zu den wenigen Überlebenskünstlern: Sie verschanzen sich in einer prall gefüllten Shopping Mall. Vorerst...
Ein knappes Vierteljahrhundert nachdem George A. Romero den Klassiker des Horrorkinos schuf, lässt Zack Snyder die Untoten wieder auferstehen und die gesamte Menschheit bedrohen. Dabei hält er sich eng an die Originalversion von 1978.
Mit dabei im illustren Gruselkabinett: Sarah Polley, Ving Rhames und Mekhi Phifer. Wenn's nur halb so heftig wird wie damals, dann ist Anschnallen empfohlen.

- Day of the Dead
In einem Bergdorf verwandelt ein rätselhaftes Virus vormals friedfertige Bürger in rasende Mordmaschinen und veranlasst verantwortliche Stellen, den Ort von Militär abriegeln zu lassen. Unter den Soldaten befindet sich auch Sarah, die aus der Gegend stammt und nach ihrer Familie sehen will. Von den Kameraden isoliert und umgeben von Zombies schlagen sich Sarah und ein paar Freunde auf eigene Faust durch die Linien der Untoten bis zu einem unterirdischen Silo, in dem Militärmediziner an Viren forschen.
Cleverer Schachzug von NuImage: Nach dem Erfolg von Zack Snyders Romero-Remake "Dawn of the Dead" sicherten sich die emsigen Vielproduzenten die Verfilmungsrechte an "Dawn"-Nachfolger "Day of the Dead" und beauftragten den versierten Steve Miner ("Halloween H20") mit der Neuverfilmung. Vom Original hat der wenig übrig gelassen. Dafür schickt er seine gute Besetzung, u. a. Mena Suvari und Ving Rhames, durch ein Teenie-Horror-Szenario, das nicht immer den nötigen Biss hat, aber von der Fangemeinde mit großer Spannung erwartet wird.

- Untote wie wir
Bart ist im Irak unter mysteriösen Umständen gefallen und wird nun daheim bestattet im Kreise von Familie und Freunden. Um so erstaunter sind zumindest letztere, als Bart in der Nacht darauf an die Tür seines besten Kumpels Joey klopft. Ist Bart ein Zombie oder gar ein Vampir? Zumindest ist er geistig noch ganz der Alte, und zieht erst mal mit Joey um die Häuser. Als sie dabei an böse Buben geraten und dank Barts neu gewonnener Fähigkeiten triumphal aus der Auseinandersetzung hervor gehen, wird Joey sogar regelrecht neidisch auf seinen Kumpel.
Wieder einmal Zombies, und wieder einmal welche, die wie Menschen denken, fühlen und handeln. Und eine Vigilantentruppe aufmachen, weil sie ja sozusagen unverwundbar sind. Und deshalb zu Volkshelden werden. Ganz originelle Story also in diesem turbulenten Horror-B-Movie mit hohem Action-Anteil, handwerklich auch sehr akzeptabel umgesetzt mit viel Blut, etwas mehr Geld und deutlich mehr Humor als im üblichen Zombie-B-Film. Kifferhumor trifft Zombiehorror trifft Superheldenkomödie - eine Mischung, die ihre Wirkung nicht verfehlt.

DVD 92
- Frayed
Als er sich im zarten Alter von acht Jahren von seiner
Mutter nicht artgerecht behandelt fühlt, zertrümmert ihr der kleine Kurt den Schädel mit der Baseballkeule. Zwölf Jahre in düsterer Einzelhaft später ist aus dem kleinen Racker rätselhafterweise ein kaputterer Typ denn je geworden, der nun seine bevorstehende Überführung in eine Spezialklinik zur Flucht nutzt und kein höheres Ziel kennt, als auch noch der Schwester den Schädel zu spalten. So wie jedem, der sich dabei in seinen Weg stellt.
Ziemlich dreist mit beiden Händen bei "Halloween" bedienen sich zumindest teilweise die Macher dieses vorhersehbar arrangierten, handwerklich durchschnittlichen Horror-C-Movies vom der Slasher-Stange. In der ewigen Nacht einer vergleichsweise lieblos gewirkten Billigproduktion muss lange ein überaus brutaler und daher auch mehrfach wiederholter Auftaktmord als Hauptattraktion genügen, bevor am Ende dank diverser überraschender Wendungen wieder etwas mehr Bewegung in die Sache kommt. Ergänzung für
Genrevielseher.

- Warrior
Jahre, nachdem er seinen gewalttätigen Vater verlassen hatte, kehrt Tommy nach Pittsburgh zurück. Er hat die Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt, war danach Soldat im Irak und steht nun wieder vor der Tür.
Tommys älterer Bruder Brendan ist daheim geblieben. Er hat eine Familie gegründet und sich eine Existenz als Lehrer aufgebaut. Als die Banken ihm auf den Pelz rücken, sieht er seine einzige Chance darin, wieder in den Mixed-Martial-Arts-Ring zu steigen. Bei einem großen Turnier steht er Tommy wieder gegenüber.
Alle Konventionen des Martial-Arts-Films werden von "Warrior" erfüllt. Regisseur Gavin O'Connor ("Miracle") unterfüttert die Dramaturgie und fulminanten Kampfszenen allerdings mit einer authentischen Atmosphäre und ausgefeilten Figuren, was sein Werk zum vermutlich besten Film seines Subgenres überhaupt macht, zu einem packenden Drama aus der Arbeiterklasse. Dass mit Joel Edgerton ("Königreich des Verbrechens") und Tom Hardy ("Inception") zwei herausragende Hauptdarsteller gewonnen
werden konnten, schadet natürlich auch nicht.

- John Cleland's Fanny Hill
Im England des frühen 18. Jahrhunderts schlägt eine Freundin der
frisch verwaisten und reichlich naiven Landmaid Fanny Hill vor, mit nach London zu gehen und ihr Glück zu machen. Fanny kommt bei einer freundlichen Kupplerin unter, merkt zunächst gar nicht, dass sie in einem Bordell gelandet ist, erweist sich dann aber als Naturtalent. Bald verliebt sich auch ein schöner junger Galan in die Hure, doch braucht es erst ein paar Umwege über andere Etablissements und Betten reicher Schwerenöter, bevor das private Glück seine Vollendung findet.
Hübsch ausgestattete und kaum sonderlich skandalöse TV-Adaption eines erotischen Skandalromans von John Cleland, der im Jahre 1749 erstmals erschien, die Gemüter nicht nur seiner Zeit nachhaltig erregte, 1969 in Deutschland erlaubt wurde und in Australien angeblich immer noch verboten ist. Fernsehspiel-Routinier James Hawes zeichnet ein handfestes Sittengemälde, in dem es den Umständen entsprechend ziemlich fröhlich zugeht, und vergisst wie schon der Roman nicht, zu Zeiten die Moral zu
bemühen, um die Handlungen seiner Heldin zu rechtfertigen. Brauchbare Genre-Ergänzung.

DVD 93
- Offene Rechnung
Drei Mossad-Veteranen werden 1997 in ihrer Heimat als Helden gefeiert. Die Journalistin Sarah Gold hat gerade ein vielbeachtetes Buch über die Operation geschrieben, bei der ihre Mutter Rachel Singer gemeinsam mit ihren Mitstreitern David und Stefan den Nazi-Kriegsverbrecher Dieter Vogel, den "Chirurgen von Birkenau", 1965 in Ost-Berlin aufgespürt und bei dessen Flucht erschossen haben. David ist über die Publikation beunruhigt, und dann behauptet auch noch ein Mann in der Ukraine, der getötete Vogel zu sein.
Remake des israelischen Thrillers "Der Preis der Vergeltung"". Das Autorenduo Matthew Vaughn und Jane Goldman ("Kick-Ass") hält sich nah ans Original, Regisseur John Madden ("Shakespeare in Love") beweist, dass er auch eine klassische Agentengeschichte sauber und spannend zu erzählen versteht. Versiert springt er zwischen den Zeitebenen, handwerklich sauber setzt er die Action um. Sein größtes Plus sind jedoch seine Schauspieler, allen voran "Queen" Helen Mirren, Jessica Chastain und "Avatar"-Star Sam Worthington.

- 11/11/11
Jack und Melissa ziehen mit ihrem kleinen Sohn Nat in ein neues Haus in einer neuen Stadt. Nat ist ein verschlossener Knabe, hinter dessen unfreundlicher Fassade sich noch tiefere Abgründe verbergen, als alle Eltern ahnen. Doch selbst den Eltern fällt auf, dass sich erstens merkwürdige Vorkommnisse in der Umgebung häufen und zweitens diverse fremde Erwachsene an ihrem Filius unnatürlich hohes Interesse zeigen. Vielleicht hilft ja eine Nanny wie die attraktive Denise. Als Vater ahnt, dass unter seinem Dach eine okkulte Verschwörung abgeht, ist es bereits zu spät.
The Asylum, die Low-Budget-Produktionsschmiede für besonders eilige Fälle, dekliniert die Horrorklassiker durch und ist beim "Omen" angelangt. Der Zuschauer peilt schnell, wohin der Hase läuft, ganz anders verhält es sich naturgemäß bei den begriffsstutzigen Eltern des Satansknaben. Für Abwechslung und Farbe im vorhersehbaren Treiben sorgen schillernde Nebenfiguren, unter denen das böse Kindermädchen und eine seltsame alte Nachbarin tatsächlich nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Solide gemacht und stimmungsvoll, durchaus ein Tipp für Gruselfreunde.

- Haeckel's Tale - Orgie der Untoten
Ein Mann, der den Tod seiner Frau nicht verwinden kann, bittet eine Hexe, sie wieder lebendig zu machen. Um ihn vor den Konsequenzen zu warnen, erzählt sie ihm eine Geschichte: Auf dem Weg zu seinem erkrankten Vater sucht Ernest Haeckel Schutz in einer heruntergekommenen Hütte. Deren Bewohner, ein älterer Mann und seine junge Frau beschwören ihn, nachts auf keinen Fall die Hütte zu verlassen - egal was er auch hören sollte. Als er unheimliche Laute und ein schreiendes Baby wahrnimmt, hält er sich natürlich nicht daran. Ein fataler Fehler.
John McNaughton, dessen "Henry: Portait of a Serial Killer" seiner Karriere einen fulminanten Quickstart gab, musste danach zusehen, wie sein Erfolg mehr und mehr verblasste. Für seinen Beitrag zur Horrorserie nahm er sich eine Kurzgeschichte von Multitalent Clive Barker vor.

DVD 94
- Paranormal Activity 3
Toby ist alt, groß, unsichtbar und hat in seiner Eigenschaft als
Poltergeist die beiden Schwestern Katie und Kristi traumatisiert. Beim Umzug entdecken sie, inzwischen erwachsen, einen Karton mit VHS-Bändern, die dokumentieren, wie der Dämon sie im Kindesalter heimgesucht hat: Im September 1988, kurz nach Katies achtem Geburtstag, filmt Stiefvater Dennis zufällig einen Schemen - ein erster Hinweis auf die Entität, die sich als imaginärer Freund der Schwestern bemächtigt hat. Je mehr
Kameras Dennis aufstellt, desto grauenvoller wird der Spuk.
Der dritte Film des Found-Footage-Horror-Franchise wendet sich - nach einem halboffiziellen japanischen Ableger - wieder den Schwestern zu und erzählt quasi als Prequel die in den Achtzigerjahren angesiedelte Vorgeschichte. Das auf den Regiestuhl gerückte Duo Henry Joost und Ariel Schulman variiert geschickt die bereits in den vergangenen Filmen erprobten und von "Poltergeist" inspirierten Schockmuster und zeigt sich
dabei überaus effektiv. War ein Tophit in den Kinos.

- The Caller - Anrufe aus der Vergangenheit
Mary hat sich gerade von ihrem gewalttätigen Ehemann getrennt und ist in eine neue Wohnung in einer neuen Stadt gezogen. Doch schnell hat sie der alte Lover ausgemacht und belästigt sie schon wieder mit sporadischen Besuchen. Da passt es eigentlich überhaupt nicht, als plötzlich das alte Telefon zu klingeln beginnt, eine gewisse Rose dran ist, und behauptet, aus dem Jahr 1979 anzurufen. Rose ruft wieder an, hat Probleme, die denen von Mary nicht unähnlich sind. Als Mary sich auf die rätselhafte Sache einlässt, öffnet sie die Tore für mehr, als ihr lieb ist.
Mysteriöse Telefonanrufe und bald gar Übergriffe aus der
Vergangenheit plagen die auch sonst nicht vom Glück verfolgte Heldin dieses intelligent erdachten und stimmungsvoll umgesetzten
Low-Budget-Horrorthrillers der weitgehend unblutigen Art. Das Grauen kommt geschlichen, klopft freundlich an und mutiert dann zum komplexen Alptraum mit allerhand für den Betrachter wie die Protagonistin überraschenden Wendungen. Solider Psychothriller, nicht ganz ausgegoren in jedem Detail, aber unterhaltsam und spannend genug, um Fans bei der Stange zu halten.

- A Beginner's Guide to Endings
Zu Lebzeiten war Duke ein schlechter Vater, bevor er reumütig
Selbstmord beging. Seinen fünf Söhnen eröffnet er per Testament, dass drei von ihnen durch einen heimlichen Medikamententest todgeweiht sind, während er das Schmerzensgeld verzockt hat. Nun drehen Amateurboxer Nuts, Schürzenjäger Cal und der tugendhafte Jacob entgeistert am Unglücksrad und versuchen in der kurzen Zeit, die ihnen verblieben ist, ihren Träumen zu folgen, etwa dem, sich in einer Tonne die Niagarafälle hinabzustürzen.
Mit Sitcom-Sarkasmus angereicherte Loserkomödie, in der James' Sohn Scott Caan ("Ocean's 11") ein Proletarier-Quintett
anführt, das nach einer Hiobsbotschaft sein Leben regeln will. Die kanadische Rock'n'Roll-Variante von "Männerherzen" bietet die
Großkaliber Harvey Keitel und J. K. Simmons in Nebenrollen auf und tragikomische Enthüllungen um die streitlustigen Brüder, die, da es kein später für sie gibt, wie Evel Knievel leben und Durchgeknalltes lernen wie: Die kleinsten Portionen der Eisdiele heißen Muschi.

DVD 95
- Brotherhood
Bei der traditionsreichen Studentenverbindung Sigma Zeta Chi stehen die Aufnahmeprüfungen für die Erstsemester an, und fürs runde Jubiläum hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Jeder Frischling soll 19 Dollar 10 stehlen (für 1910), und zwar mit vorgehaltener Waffe in irgendeinem Laden. So jedenfalls soll es aussehen, denn in Wahrheit ist alles ein fingierter Streich. Der aber läuft aus dem Ruder, als einer der Studenten sich dabei eine echte Kugel einfängt, und jeder Versuch, das unbürokratisch zu regeln, in noch tieferen Schlamassel mündet.
Amerikas komplizierte Studentenrituale geben Anlass für Zotenkomödien wie für Erwachsenwerdungsdramen oder Horrorthriller. "Brotherhood" gehört in die Gattung von letzteren, obwohl er weder ein übersinnliches Element
beinhaltet noch mit einem Leichenberg aufwartet und in seiner trockenen Anwendung von Murphys Gesetz (was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen) durchaus auch seine lustigen Momente hat. Spannende, vielschichtige Geschichte, ein beachtliches Regiedebüt mit dreidimensionalen Charakteren und voller Überraschungen.

- American Psycho
Auf den ersten Blick ist Patrick Bateman ein stinknormaler,
egomanischer Wall-Street-Yuppie, doch hinter der Fassade des proper gewandeten Lebemannes verbirgt sich ein mörderischer Abgrund aus Hass und Sadismus. Um die Leere seines einzig von Statussymbolen erhellten Daseins auszufüllen, ist Patrick auf den Serienmord gekommen, insbesondere junge Frauen, aber auch der eine oder andere unvorsichtige Geschäftspartner zählen zu seinen Opfern. Als es ihm zunehmend schwerfällt, zwischen Phantasie und Realität zu unterscheiden, tritt die Polizei auf den Plan.
Nach gut zehn Jahren Wartefrist wagte sich Hollywood an den umstrittensten Serienkillerroman der 90er bzw. definitiven Literaturkommentar zur Reagan-Ära, herausgekommen ist eine
streckenweise hübsch treffsichere Yuppiesatire mit Horrorbeiwerk. Im Vergleich zur Buchvorlage fällt die Darstellung der Mordtaten erwartungsgemäß eher moderat aus, dafür überzeugen klinisch kalte Ausstattung und die Darstellung von Christian Bale ("Shaft") als Titelheld umso mehr. Eine gelungene schwarze Komödie.

- Dressed to kill
Nach einem Besuch bei ihrem Psychiater wird Kate Miller im Aufzug
ihres Wohnhauses von einer unbekannten Frau mit einem Rasiermesser niedergemetzelt. Eine junge Prostituierte, die den Vorfall als einzige beobachtet hat, steht fortan als Hauptverdächtige da und muß obendrein einen Mordanschlag der wahren Täterin befürchten. Überraschenderweise findet sie jedoch in dem erwachsenen Sohn der Toten, der nicht an ihre Schuld glauben will, einen hilfreichen Vertrauten. Gemeinsam kommt man
der Wahrheit auf die Spur.
Nie war Thrillerspezialist Brian De Palma ("Mission: Impossible") seinem erklärten Vorbild Alfred Hitchcock
näher als bei diesem virtuos inszenierten Ratespiel um Mord und sexuelle Obsessionen. Wie Janet Leigh in "Psycho" erscheint auch Angie Dickinson wie die Hauptdarstellerin, bevor De Palma sie nach geschickt bemessener Wartefrist mit erlesener Brutalität aus dem Verkehr zieht und den Zuschauer ins Leere stürzen läßt. Ausnahmslos alle Darsteller machen ihre Sache gut, und Ralf Bodes elegante Kameraarbeit tut ein übriges, um den Thrillergenuß abzurunden.

DVD 96
- Trespass
Kyle und Sarah Miller gehören zu den Leuten, die es geschafft haben. Geschenkt, dass dies nicht immer mit ehrlichen Mitteln geschah. Und dass in ihrer Ehe seit geraumer Zeit der Haussegen schief hängt, wird ebenfalls kaschiert durch Form und elegantes Auftreten. Doch damit ist jetzt Schluss, die Stunde der Wahrheit, klaren Worte und hitzigen Taten hat geschlagen. Vier Einbrecher stehen im Haus, bedrohen Leib und Leben und Jungfräulichkeit der entfremdeten Teenagertochter. Wieder muss Kyle sich winden und tricksen. Und diesmal geht's ums nackte Leben.
Nicolas Cage und Nicole Kidman wagen sich wieder unter Regiefuchtel von Joel Schumacher, mit dem der erste "8mm" drehte, und die zweite "Batman:Forever". Diesmal für einen sogenannten Home-Invasion-Thriller, was bedeutet, dass Einbrecher ins traute Heim eindringen und heutzutage gerne mal den oder die Hausherren kräftig durch den Wolf drehen. Die beiden Nics flehen, zagen und kämpfen schließlich auch. Wenig Neues und Überraschendes ist dabei zu entdecken, aber der Zuschauer bekommt, was er erwartet, und das mit 1a-Personal.

- The Shrine
Journalistin Carmen hört vom rätselhaften Verschwinden eines jungen Rucksacktouristen in Polen, erfährt, dass dies scheinbar kein Einzelfall war, und wird trotzdem vom Chef zurück gepfiffen. Da schnappt sie sich kurzerhand Freund und Assistentin, um auf eigene Faust Nachforschungen im osteuropäischen Hinterland anzustellen. Tatsächlich stoßen sie da, wo man den Vermissten zuletzt sah, auf eine merkwürdig reservierte Bevölkerung und ein tief im nebeligen Wald verborgenes, ebenso uraltes wie gefährliches Geheimnis.
Es müssen nicht immer degenerierte Inzuchtkannibalen sein. Hier fahren amerikanische Studenten in den fremden Hinterwald, treffen auf feindselige Dorfbewohner bei kryptischen
Zeremonien, und trotzdem kommt alles anders, als es der von hunderten Redneckhorrorfilmen gestählte Betrachter angesichts einer solchen Eröffnung vermutlich vermutet. Dreidimensionale Charaktere lassen den Zuschauer Anteil nehmen an einer gruseligen Detektivgeschichte, und wenn es richtig los geht, wird auch mit Blut und Terror nicht gegeizt.
Überdurchschnittlicher B-Horror.

- Jenglot pantai selatan
In Indonesien werden von Fischern wiederholt seltsame Fänge gemacht, im Netz liegen dann seltsame Kreaturen, die wie eine Kreuzung aus Mensch und Echse aussehen. Zugleich häufen sich ungeklärte Todesfälle an bei Touristen beliebten Stränden. Eine Gruppe hipper junger Leute aus der Stadt hält das nicht ab, zu den lasterhaften Festivitäten nach Virgin Beach zu eilen, um Cocktails zu schlürfen, in der sanften Dünung zu baden und vielleicht die Liebe des Lebens zu finden. Prompt geraten sie
ins Visier des Ungeheuers und seines Schöpfers.

DVD 97
- Scorpion King 3 - Kampf um den Thron
Wie gewonnen, so zerronnen. Nachdem der arkadische Wüstenkönig
Mathayus seines Reich und seiner Frau verlustig ging, verdingt er sich wieder wie einst als Söldner für den, der ihm das meiste Gold in Aussicht stellt. Im Augenblick wäre das König Horus, der sein Reich bedroht sieht durch einen feindlichen König und dessen ehrgeizigen General, den ultradiabolischen Talos. Mathayus und sein neuer Sidekick, der Germanenkrieger Olaf, sollen sich der Armee des Talos annehmen. Leichtes Spiel, denkt Mathayus, doch dabei hat er sich geschnitten.Im dritten Teil der Hollywood-Saga vom "Scorpion King" muss sich der geneigte Fantasy-Freund schon wieder mit einem neuen Titelhelden
anfreunden, doch das fällt nicht sonderlich schwer. Denn erstens
präsentiert Muskelmann Victor Webster trockenen Humor zum gestählten Body, zweitens müht man sich mit tollen Kulissen, Statistenheeren und thailändischen Kriegselefanten erfolgreich, das im Vergleich zum Original eher magere Budget zu kaschieren. Unterhaltsame Actionodyssee mit guten Typen und Einfällen, Fantasyfans werden nicht enttäuscht.

- Obsession - Tödliche Spiele
Ein eigenartiges Paar lädt eine obdachlose Frau zum Abendessen ein - hat aber einige nicht so angenehme Hintergedanken, was mit dem Gast anzustellen ist. - Ein Callgirl verspürt eine metaphysische Verbindung mit einer unberechenbaren Bestie, die von einem verrückten Wissenschaftler gefangen gehalten wird. - Ein Paar hat sich sein Leben mit einem grotesken SM-Verhältnis eingerichtet - so wie die beiden haben wenige vor ihnen Meister und Diener gespielt.
Eine überaus beeindruckende Horror-Anthologie, bestehend aus drei Kurzfilmen von verblüffend begabten Filmemachern, denen es, jedem auf seine originelle Weise, gelingt, in kürzestem Zeitraum effektive Horrorszenarien zu etablieren. Der Originaltitel ("Little Deaths" - ein anderer Ausdruck für Orgasmen) deutet bereits an, dass es jeweils um sexuelle Abhängigkeiten geht. Das ist aber schon die einzige Verbindung zwischen den erfrischenden Filmen, die bizarre Abgründe auf eine Weise ausloten, dass die Horrorgemeinde darüber reden wird.

- Fur TV
Lapeno, Sex-Frosch und Frauenversteher, der brutale Fat
Ed und der naive Mervin sind Plüschpuppen. Sie leben gemeinsam in der Menschenwelt und denken an nichts anderes als an Sex. Während Latin Lover Lapeno weiß, was echte Frauen an Plüschpuppen so schätzen, bleibt für den schüchternen Mervin nur die Selbstbefriedigung. Heavy-Metal-Fan Ed mags dagegen auf die harte Tour.
"Auch Puppen brauchen Liebe oder wenigstens Sex" lautet das Motto von "Fur TV". Folgerichtig geht es in dieser bizarren, britischen Comedy im harmlosen "Sesamstraßen"-Look hauptsächlich um das eine, gelegentlich ergänzt durch Saufgelage und
Gewaltphantasien. "Fur TV", das 2004 mit der Goldenen Rose von Montreux ausgezeichnet wurde, ist deshalb definitiv nichts für Kinder, gilt aber unter hartgesottenen Fans als Kult.

DVD 98
- 2012 Zombie Apocalypse
Die Erde wurde von einem mysteriösen Virus heimgesucht, der fast die gesamte Weltbevölkerung in Zombie-Kannibalen verwandelte. In den USA macht sich eine bunt zusammengewürfelte Gruppe Nicht-Infizierter auf den Weg quer durchs Land. Gerüchte besagen, dass es auf der Insel von Catalina einen Zombie-freien Zufluchtsort geben soll. Auf der beschwerlichen Reise lauern nicht nur massenweise hungrige Untote, sondern jede Menge weiterer Gefahren. Der trashige Zombie-Schocker bringt die Welt der Genre-Fans garantiert nicht durcheinander. Wie zuvor bereits zigmal gesehen torkeln unfreiwillig komische Untote gefühlt stundenlang hinter panischen Menschen her, um die Ärmsten zu
infizieren oder aufzufressen. Ving Rhames, Gary Weeks, Johnny Pacar, Robert Blanche, Anya Monzikova, Lesley-Ann Brandt und Taryn Manning in den Hauptrollen mühen sich vergeblich, gegen hölzerne Dialoge, eine mit Klischees überladene Handlung und Billigst-Effekte anzuspielen.

- Beutegier
Nach der Geburt ihrer Tochter sind Amy und David an die neuenglische Küste gezogen, ohne zu ahnen, dass ihr neues Heim direkt an der Reiseroute einer seit Jahrhunderten zwischen Kanada und den USA herum vagabundierenden Kannibalensippe liegt. Die hat in diesem Jahr dringenden Bedarf an lebenden Babys und beschließt, Amy und David einen Besuch abzustatten. Dort hat man gerade Besuch von einer guten Freundin und ihrem kleinen Sohn, und auch ein zorniger Herr, der auf die Besucherin wütend ist, befindet sich auf dem Weg zum Haus am Meer.
Killende Kinder sind beliebt im Horrorgenre, dafür ist diese Verfilmung eines Romans des renommierten Horrorliteraten Jack Ketchum ein gutes Beispiel.
Regisseur van den Houten ("Headspace") begegnet begrenzten
Produktionsmitteln mit der Schöpfung bedrückender Atmosphäre und holt aus Landschaft und Typen heraus, was drin ist. Die Kill- und
Folteraktionen der reisenden Kannibalensippe sind nichts für schwache Nerven und sollten den Film einen Platz im Herzen von Splatterfans wie Zensoren garantieren.

- Dance of the Dead
In einem amerikanischen Provinzstädtchen harrt die Jugend des
bevorstehenden Schulabschlussballs. Doch nicht auf jeden wartet ein festlicher Abend. Der Schulrowdy hat Hausverbot, die Punkband
Spielverbot, die Nerds vom Science-Fiction-Club finden keine Partnerin, und der coole Steven muss noch eine Pizza ausliefern. Als wegen eines Reaktorunfalls die Toten als hungrige Zombies auferstehen, stellt sich heraus, dass ausgerechnet diese Pechvögel und Außenseiter das Schicksal der Stadt in ihren Händen halten. "Return of the Living Dead" lässt schön grüßen, wenn in dieser mal wieder recht spritzigen und zuweilen überraschend erfindungsreichen Teenager-Zombiekomödie die
lebenden Toten mit Vollgas durch die Gegend sausen, lauthals nach Gehirn verlangen und von den örtlichen Punks schon mal mit einer Bassbreitseite in Schach gehalten werden. Pointierte Situationskomik, rabenschwarzer Splatter-Slapstick, farbenfroh gezeichnete Typen und ein kräftiger Schuss Gesellschaftssatire für Horrorfans und Spaßvögel, die von Zomcoms die Nase noch nicht voll haben.

DVD 99
- Rogue River
Die schöne junge Mara ist von der Stadt aufs platte Land gefahren, um die Asche ihres Vaters gemäß dessen letztem Wille in den Stromschnellen des Rogue River zu versenken. Da erscheint am Ziel der Reise der jovial wirkende Farmer Jon und klärt sie über die Illegalität ihres Vorhabens auf. Stattdessen lädt er sie zum Abendessen zu sich und seiner Frau ein. Mara sagt ja und bereut es sofort, denn Jon und seine Frau entpuppen sich als Psychopathen, die auf ein unschuldiges Opfer gerade gewartet
haben. Doch Mara hat nicht die Absicht, kampflos aufzugeben.
Bill Moseley, geeicht auf den Redneck-Rüpel vom "Texas Chainsaw Massacre 2" bis zu Rob Zombies "The Devil's Rejects", gibt einmal mehr den geistesgestörten Landmann, doch TV-Charakterfrau Lucinda Jenney stiehlt dem Wüterich beinahe die Show als seine in mehrfacher Hinsicht kranke Gattin in diesem düsteren, erdschweren Rape & Revenge-Thriller nach erprobter Formel. Michelle Page aus "Miss Undercover 2" muss mächtig einstecken, bevor sie endlich zurück schlagen darf, und der geneigte
Freund vom Horrorfach erhält auf weiter Strecke, was er wünscht.

- Penance - Sie zahlen für ihre Sünden
Um ihrer kleinen Tochter das Frühstück auf den Tisch stellen zu
können, tanzt die junge Amelia an der Stange. Als sie einmal für eine kranke Freundin einspringt und entgegen sonstiger Gepflogenheiten einen Hausbesuch abstattet, verschwindet sie prompt in den karg möblierten Zellen einer privatfinanzierten Mischung aus Frauengefängnis, Folterkammer und Versuchsanlage eines geisteskranken Frauenarztes. Auf Hilfe von außen oder eine Gelegenheit zur Flucht hoffend, macht Amelia gute Miene zum perversen Spiel - und bezahlt ein hohen Preis.
Low-Budget-Folterhorrorschocker im Dokufiktionsstil, eine Stripperin, die sich mit Kamera beobachten lässt, fällt unter irre Sadisten (von denen tatsächlich einer weiter filmt!). Streckenweise wirkt es fast wie eine moderne Version von einem
europäischen Frauenlagerschocker aus den 70ern, mit viel nackter Haut, Auspeitschungen, drallen Wärtermatronen, und einem sadistischen Irren im Doktorstand, der seinen Perversionen in heftigen Szenen freien Lauf lässt. Kürzungen in Deutschland sind da nicht ausgeschlossen. Gut gespielt und inszeniert, für solche Verhältnisse.

- Retreat
Um Abstand zu gewinnen von einem Schicksalsschlag, und auch, um ihre angeschlagene Ehe zu retten, suchen Martin und Kate die einsame Klausur einer menschenleeren Insel vor der schottischen Küste. Als dort nach einigen Tagen plötzlich ein versprengter und offenbar verwundeter Soldat auftaucht und von einer Katastrophe an Land berichtet, auf die man sich tunlichst vorbereiten soll, ist guter Rat teuer. Das Funkgerät ist
kaputt, Handyempfang gibt's keinen, und der ungebetene Gast übernimmt das Kommando. Und auch auf Kate scheint er scharf zu sein. Ein gedrungenes britisches Cottage auf einem sturmumtosten Felsen im Meer wird zum Schauplatz eines erbitterten Duells erst psychologischer und dann ganz praktischer Natur in diesem spannend und für solche Verhältnisse auch recht actiongeladen inszenierten Horrorkammerspiel für drei Personen. Cilian Murphy ("28 Days Later"), Jamie Bell ("Billy Elliott") und Thandie Newton ("Riddick") heißen die namhaften britischen
Schauspielstars der jungen Generation, die den Figuren Tiefe verleihen und mit ihren guten Namen auch für Aufmerksamkeit sorgen sollten.
 
 
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