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Superstar: The Karen Carpenter Story

 
Superstar: The Karen Carpenter Story
Type: Documentation
Genre: Documentation
Created on: 12/17/2010
Language:
Created by: Titan Angel
 
Description:
"Wie der Untertitel von "Superstar: The Karen Carpenter Story" preisgibt, wird in dieser Dokumentation die tragische Geschichte von Karen Carpenter erzählt. Sie war Sängerin der "Carpenters", die Ende der Sechziger Jahre mit ihren unschuldig-süßen, "easy listening"-artigen Sounds einen Kontrast zum Politrock der damaligen von der Anti-Vietnam-Bewegung in düstere Genre-Ecken verlagerten Hitparaden boten. Richard Carpenter arrangierte Entspannte Melodien und seine Schwester Karen sang mit ihrer ruhigen, friedlichen Stimme über Dinge, die in einer Zeit, die von Revolutionen und Gegenkulturen geprägt war, fast vergessen waren. Als der Stern der Carpenters Mitte der Siebziger zu sinken begann, waren nicht mehr ihre Singles im Fokus der Presse, sondern viel eher Karens Erkrankung an Anorexia Nervosa, also Magersucht. Sie geht in Therapie, kehrt anscheinend Gesund aus dieser zurück, und nimmt Anfang der Achtziger wieder das Musizieren mit ihrem Bruder auf. Dennoch stirbt Karen Carpenter am 4. Februar 1983 an einem Herzstillstand, der durch ihre Magersucht hervorgerufen wurde. Sie wurde 33 Jahre alt.

Filmemacher Todd Haynes greift die bekannte Geschichte der Sängerin auf, und stellt sie nach mittels Barbie-Puppen. Alle Dramatisierungen des Privatlebens und der Auftritte Carpenters wurden mittels der Spielfiguren Mattels nachgestellt. So wird Karen selber von einer brünetten Barbie dargestellt, ihr Bruder Richard hingegen von einer Ken-Puppe. Diese ungewöhnliche Idee ist bereits die heftigste, satirische Spitze von Haynes Dokumentarfilm: Die Carpenters verkörperten in den Siebziger Jahren all die Reinheit und der Perfektionismus, der ansonsten in dieser vom Vietnamkrieg erschütterten Zeit selten zu finden war. Beide Musiker waren frei von Skandalen, waren sehr familiär und spielten nur diese romantischen Popsongs. Sie in Form von perfekt modellierten Plastikpüppchen darzustellen, zeigt an, dass sie einer Rolle gerecht werden mussten, die niemand wirklich spielen könne. Dieser Vergleich ist sogar sehr einfach auf die Person Karen Carpenter anzuwenden: Durch den Erfolgsdruck seitens ihrer Familie und seitens der Plattenfirma bekam sie ein verzerrtes Bild von sich und ihrem Körper, bis sie selber einer Idealfigur nacheiferte, die sie nie darstellen könnte, wenn sie denn Gesund bleiben wolle.

Doch Haynes beschränkt sich nicht nur auf die Animation von Barbie-Figuren. Er setzt Live-Action-Aufnahmen ein, inszeniert gestellte Interviews mit Schauspielern, schneidet Archivmaterial aus den Nachrichten dieser Tage ein und stützt seine Aussagen auf Zwischentitel. Haynes bedient sich derart zahlreicher Erzählmittel, um seine dokumentarische Biographie an den Zuschauer herantragen, dass es dem Film nicht gerecht werden würde, wenn man "Superstar" auf die Barbie-Puppen reduzieren würde. Besonders die vielen erklärenden Texttafeln, die mit Bildern aus amerikanischen Supermärkten verbunden werden, geben einen ungeahnt tiefen Einblick auf das Krankheitsbild der Anorexia Nervosa.

Und doch stellt er etwas ziemlich eindrucksvolles mit seinen Barbiefiguren an: Zwar erkennt jeder Zuschauer den satirischen und leicht spöttischen Unterton, der bei der Verwendung des Kinderspielzeugs mitschwingt, jedoch erreicht er trotz alledem den Zuschauer. Durch seine effektive Regie ist der Zuschauer berührt, wenn sich die Geschichte zuspitzt, und sich das bekannte Ende offenbart. Das liegt wohl vor allem an der Weise, wie Haynes mit den Figürchen umgeht: Seine Kamera-, Licht- und Schnitt-Technik in den "Barbie"-Sequenzen ist recht aufwändig. Er arbeitet mit Überblendungen, schnellen Schnitten und lässt die Kamera in das Geschehen eindringen, als hätten wir es mit echten Akteuren zu tun. Wenn die Kamera am Boden liegt, und wir aus der Sicht der aus dem Koma erwachenden Karen Carpenter auf ihre Puppenfreunde blicken, die sich um ihr Krankenbett geschart haben, dann bricht die Kamera sämtliche Distanz zwischen den Plastikimitaten und uns Zuschauern aus Fleisch und Blut auf. Eine andere eindrucksvolle Szene vermischt eine nachgestellte Peformance von dem Carpenter-Hit "Close to you" mit Nachrichtenaufnahmen des Vietnamkrieges.

Da Haynes allerdings nie die Rechte der Verwendung der Carpenters-Hits geklärt hatte, war es ein Leichtes für Richard Carpenter, der in dem Film als homophiler Karrierist dargestellt wird und somit nicht gerade gut wegkommt, die Zirkulation von "Superstar: The Karen Carpenter Story" zu unterbinden. War der Film noch sehr erfolgreich auf Festivals gelaufen, konnte Carpenter verhindern, dass es dieser außergewöhnliche Dokumentarfilm je auf einem Medium zu Kaufen geben wird. Doch durch das Reproduzieren von Bootleggern in den USA kam "Superstar: The Karen Carpenter" doch noch auf dem inoffiziellen Weg in die Haushalte interessierter Filmfans und ist seitdem ein fester Kultbestandteil des amerikanischen Undergrounds.
 
 
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Miscellaneous:
Format : MPEG-PS at 2 439 Kbps
Length : 757 MiB for 43min 22s 848ms
Video #0 : MPEG Video at 2 167 Kbps
Aspect : 720 x 480 (1.333) at 29.970 fps
Audio #0 : MPEG Audio at 224 Kbps
Infos : 2 Kanäle, 48,0 KHz


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